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Pacific Coast Highway – Roadtrip im Westen der USA

3 Wochen – 4500 km – 4 Bundesstaaten – und um viele Eindrücke reicher

Teil 1

Bereits im September 2017 ging es für einen Roadtrip an die Westküste der USA zwischen Seattle und San Diego. Aufgrund der großen Anzahl von Eindrücken und Geschichten, möchte ich im Folgenden nur auf ein paar besondere Highlights eingehen, da alles andere den Rahmen sprengen würde. Aber wer sich für eine ähnliche Reise interessiert, findet zu den ausgelassenen Orten ohne viel Aufwand zahlreiche Informationen im Internet. Dort werden auch alternative Routen vorgestellt, die vor allem in Californien weiter ins Landesinnere gehen und die Nationalparks beinhalten.

Der Roadtrip begann mit einer ca. 17-stündigen Anreise nach Seattle. Da wir erst am späten Abend dort landeten, war das Warten auf das Mietauto und die Fahrt ins Hotel durch die neun Stunden Zeitverschiebung ziemlich anstrengend und die Freude auf ein richtiges Bett nach dem langen Sitzen im beengten Flugzeug riesig groß.

Nach ein paar Stunden Schlaf ging es am nächsten Morgen in die Downtown von Seattle – der Stadt, die auch besser bekannt ist als „Portal to the Pacific“. Es zeigte sich das typische Bild von amerikanischen Großstädten mit einem Wolkenkratzer neben dem anderen, unter anderem dem Columbia Center, dem höchsten Gebäude der Stadt und Sitz von Amazon. Von dort hat man auch einen sehr schönen Ausblick über die ganze Stadt, unter anderem auf eines der Wahrzeichen, dem Spaceneedle. Durch das Tagesticket hatten wir die Möglichkeit, sowohl bei Tageslicht, als auch bei Nacht die Stadt von oben zu bewundern, was sich definitiv lohnte. Insgesamt hat mir Seattle sehr gut gefallen, da es trotz diesem Großstadtbild dennoch sehr ruhig und freundlich wirkte und die alten und neuen Viertel harmonisch ineinander übergehen. Neben dem Columbia Center in der 4th Avenue ist auch der Pike Place Market und der Hafenbereich sehr empfehlenswert – alles zu Fuß ohne Probleme erreichbar.

Nach zwei Tagen in Seattle ging es auf den Weg gen Süden. Vorbei kamen wir an Tacoma (eine eher weniger sehenswerte Stadt) und Olympia (der Hauptstadt des Bundesstaats Washington, mit einem typisch amerikanischem Kapitol, aber schönem Ausblick in die grüne Umgebung), bevor wir den an dieser Stelle riesigen Columbia River (die Donau ist da sogar in Budapest ein Bächlein dagegen) überquerten und nach Portland hineinrollten.

Portland liegt direkt an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Washington und Oregon und versinnbildlicht für mich die typisch amerikanische Industriestadt. Es wirkte alles sehr grau, aber dennoch hatte die Stadt einen gewissen Charakter mit einer Mischung aus alten Gebäuden der Gründungszeit und neuen Industriebauten. Für unseren Erkundungsspaziergang war ein Parkhaus in Downtown der Ausgangspunkt. Von dort machten wir uns auf zur Union Station und dann durch das chinesisch-japanische Viertel über die 5th Avenue zum Pioneer Square, dem Hauptplatz der Stadt. Meiner Meinung nach hat man auf dieser Strecke einen guten Einblick von der Stadt bekommen.

Von Portland aus fuhren wir dann erst einmal Richtung Westen, um in Lincoln City auf die Pazifikküste und den Highway 101 zu treffen. Bei dem ersten Treffen mit dem Pazifik war er sehr aufgebracht, was am nächsten Tag nicht anders und leider mit dem ein oder anderen Regenschauer verbunden war. Somit war die Fahrt von Lincoln City über viele kleine Städte an der Küste bis nach Crescent City (bereits in Californien) hinsichtlich des Wetters sehr wechselhaft. Dies konnte der atemberaubenden Natur aber keinen Abbruch tun. Während in Oregon die Landschaft sehr von Wäldern geprägt und ziemlich grün war, änderte sich das mit der Grenzüberfahrt nach Californien schlagartig. Dort waren eher große weite Flächen zu sehen, welche aufgrund der hohen Temperaturen und dem wenigen Regen oftmals eher braun waren.

Die Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel die Devil´s Punchbowl in Otter Rock, oder die vielen einfachen Parkplätze, um die Aussicht genießen zu können, sind entlang dem Highway 101 deutlich beschildert, sodass man einfach dort anhalten kann, wo es einem am besten gefällt.

Nach einer Nacht in Crescent City, die einen wirklich schön angelegten kleinen Hafen hat, in welchem auch über die Zerstörung durch einen Tsunami 1964 berichtet wird, ging es bereits in das Redwood-Gebiet. Dort gibt es  immer wieder Parkplätze mitten im Wald, von denen aus kleine Wanderwege weggehen, auf denen man mehr über die Mammutbäume lernen und versuchen kann, sie ganz auf ein Foto zu bringen – was garnicht so einfach ist, immerhin können die Bäume über 100 Meter hoch werden. Sehr empfehlenswert ist auch dem Abzweig vom Highway 101 auf die Avenue of the Giants zu folgen. So kommt man zu einem kleinen Lehrpfad namens Founder´s Tree, in dem einiges über die Redwoods und auch die Flora und Fauna in diesen Gebieten erklärt wird.

Ein weiterer empfehlenswerter Ort ist Fort Bragg, der vor allem aufgrund seines Glass Beach bekannt ist. Um dort hinzukommen, muss man in Leggett (in etwa auf der halben Strecke zwischen Crescent City und San Francisco) dem Abzweig zum Highway 1 folgen, welcher dann direkt an der Küste verläuft. Dafür braucht man aber einen starken Magen, denn um dorthin zu gelangen, muss man eine ziemlich kurvige Straße (winding road) überwinden.
Der bereits erwähnte Glass Beach hat seinen Namen von den vielen Glasscherben, die sich über die Jahre hinweg dort angesammelt haben und durch das Meer zu kleinen runden Steinen abgeschliffen wurden. Das Sonnenlicht brach sich darin und ließ den Strand in verschiedenen Farben funkeln. Kurz bevor es dann nach San Francisco ging, stand auch der westlichste Punkt Californiens auf unserer Liste – der Leuchtturm von Point Reyes. Auf dem Weg dorthin ist noch ein kurzer Zwischenhalt an der Sea Ranch Chapel im gleichnamigen Ort zu empfehlen. Bei passendem Einfallswinkel des Lichts leuchten die bunten Glasfenster wunderschön.
304 Stufen nach unten trennten uns dann vom Leuchtturm auf der Halbinsel Point Reyes, aber der Abstieg lohnte sich. Denn von dort kann man bei schönem Wetter bereits die Spitze der Golden Gate Bridge erkennen und mit viel Glück sieht man durch ein Fernglas auch die dort ganzjährig lebenden Wale.

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Teil 2

Über die Golden Gate Bridge fuhren wir schließlich nach San Francisco ein und es war sofort das besondere Flair der Stadt spürbar. Wir übernachteten in einem Hotel ganz in der Nähe der bekannten kurvigen Lombard Street und nur 15 Minuten zu Fuß vom Hafen Fisherman´s Wharf und waren somit am Puls der Stadt. An dieser Stelle sei weiter nur so viel gesagt, dass es an vielen Straßenecken etwas zu sehen gibt und man sich am besten durch die Stadt treiben lässt. Eine gute Möglichkeit zur Fortbewegung ist auch eine Fahrt mit einem der Cable Cars oder den alten Straßenbahnen, die vor allem vom Hafenviertel die Hauptstraße Market Street entlang in andere Viertel fahren, zum Beispiel Castro oder Haight-Asbury.

Nach einer schönen Zeit in San Francisco machten wir über das Napa Valley mit den großen Weinanbaugebieten und Sacramento (Bundeshauptstadt von Californien und mit einem ebenso pompösen Kapitol und grünen Flächen wie Olympia) einen Abstecher an den Lake Tahoe. Dieser liegt bereits an der Grenze zu Nevada, weshalb wir es uns nicht nehmen ließen dort den Abend zu verbringen inklusive dem obligatorischen Besuch in einem der Casinos. Der See liegt auf fast 1900 Meter Höhe und ist ein sehr idyllischer Ort umrandet von Wäldern, der sowohl im Sommer als auch Winter (Stichwort Wintersport) bei den Leuten sehr beliebt ist. Ein Besuch dort lohnt sich auf alle Fälle, denn nicht nur der See ist sehenswert, sondern bereits der Weg dorthin durch die Berge ist atemberaubend.

Am nächsten Tag ging es wieder zurück Richtung San Francisco und das Silicon Valley. Dort besuchten wir die Hauptsitze von Google und Apple. Ich persönlich war von beiden sehr enttäuscht, man sah die Gebäude nur von außen und neben einem Merchandise-Shop und ein paar Figuren, die die verschiedenen Android-Versionen verkörpern sollen, gab es wenig zu sehen. Irgendwie hatte ich mir von zwei solchen Weltmarktführern mehr erwartet.

Deshalb ließen wir Palo Alto bald hinter uns und machten uns auf den Weg zum schönsten Abschnitt der ganzen Reise zwischen San Francisco und Los Angeles. Abgesehen von einem kurzen Zwischenstop etwas abseits des Highways 1 in San Juan Bautista (eine der Missionen des El Camino Real, der die spanischen Missionen in Californien verband, welche direkt an der Grenze zwischen der pazifischen und nordamerikanischen Platte liegt) und dem Aquarium in Monterey (vor allem bekannt durch seine Canery Row aus Zeit der Ölsardinenproduktion) war hier besonders die Natur die Sehenswürdigkeit.

Direkt an der Küstenlinie geht es viele Meilen durch die Natur mit atemberaubenden Felsformationen im Wasser und einem Weitblick, bei dem man die Seele baumeln lassen kann. Nach diesen tollen Eindrücken der fast unbebauten Natur ging es dann auch schon in die Vororte von Los Angeles. Santa Barbara und Santa Monica mit ihren Holzpiers (in Santa Monica ist auf diesem eine Art Freizeitpark und das Ende der Route 66) waren für einen kleinen Spaziergang ganz in Ordnung, für mehr aber auch nicht, da dort sehr viele Touristen unterwegs waren. Malibu dagegen ist nur eine ewig lange Straße mit ein paar Häusern ein paar Meter tiefer am Strand auf der einen Seite und auf der anderen mit schicken Villen weit oben in den Hügeln. Würde man dort nicht direkt durchfahren, würde sich meiner Meinung nach kein Abstecher lohnen.

Auch Los Angeles konnte uns nicht wirklich überzeugen. In nur einem Tag sind wir den Sunset Boulevard abgefahren, waren zum Schlendern an den Schaufenstern vorbei am Rodeo Drive in Beverly Hills, sind zum Hollywood Sign gefahren und den kompletten Walk of Fame abgelaufen sowie abschließend in Downtown bei der Walt Disney Concert Hall, dem Rathaus und der Old Plaza, dem Ursprung der Stadt. Wie Ihr sehen könnt, war keine der Sehenswürdigkeiten so besonders, dass es sich für uns lohnte einen zweiten Tag ins Sightseeing dort zu investieren. Es ist einfach entweder zu touristisch oder nicht schön anzusehen, da vieles sehr gut gesichert ist aufgrund der Angst vor kriminellen Übergriffen.

So verbrachten wir lieber einen Tag mehr an einem schönen Strandabschnitt des Pazifiks kurz vor unserem finalen Ziel San Diego. Die Strecke dorthin ist ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten, was unter anderem daran liegt, dass die Straße nicht mehr direkt an der Küste verläuft und man nur langsam vorwärts kommt, da man viele Wohngebiete durchqueren muss.

In San Diego ist auf alle Fälle ein Besuch auf dem Flugzeugträger USS Midway im Hafen zu empfehlen, denn dort wird das Leben der Soldaten darauf anschaulich gezeigt und es sind viele alte Flugzeuge ausgestellt. Zudem hat man vom Deck aus einen wunderbaren Blick auf den Hafen und die Stadt. Auch ein Spaziergang durch das Gaslamp Quarter sollte man nicht auslassen. Das Viertel ist das schöne historische Zentrum der Stadt und größtenteils noch sehr gut erhalten.

Nach drei Wochen ging es dann mit vielen Bildern und Videos, Souvenirs und vor allem Eindrücken wieder zurück nach Hause.

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in den Roadtrip geben und den ein oder anderen zu einer ähnlichen Reise anregen.

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Text und Bilder: Daniela Zierer